Die Phase 3 «Entwicklungsvorstellungen festlegen» hat als Kern die Erarbeitung eines regionalen Sachplans (rSP). Der rSP überführt die Ergebnisse der Testplanung (siehe unten) in eine fachlich konsolidierte und behördenverbindliche Grundlage für die nachfolgende Nutzungsplanung.
Der regionale Sachplan (rSP) ist ein im Baugesetz des Kantons Aargau verankertes Planungsinstrument zur Regelung überkommunaler Sachbereiche der räumlichen Entwicklung (vgl. 8 12a des Gesetzes über Raumentwicklung und Bauwesen des Kantons Aargau [Baugesetz, BauG; SAR 713.100]).
Der rSP dient der Abstimmung von Planungsmassnahmen zwischen mehreren Gemeinden und bezeichnet die für die Umsetzung erforderlichen Massnahmen und Zeiträume. Regionale Sachpläne werden von den betroffenen Gemeinden beschlossen und vom Regierungsrat genehmigt. Sie sind für die Behörden verbindlich.
Der rSP ergänzt den kantonalen Richtplan stufengerecht, indem er regionale Themen koordiniert und konkretisiert. Er weist eine vergleichbare Planungsebene wie ein Entwicklungsrichtplan auf (vgl. Entwicklungsrichtplan Vision Mitte).
Der rSP umfasst einen Sachplantext sowie Karten, die verbindliche Festlegungen und ergänzende orientierende Inhalte differenziert darstellen. Ein erläuternder Bericht dokumentiert die Grundlagen, das Verfahren, die Mitwirkung sowie die Abstimmung mit dem kantonalen Richtplan.
Mehr Informationen zum Planungsinstrument rSP unter Regionale Sachpläne – Kanton Aargau
Zwischen 2022 und 2025 durchlief die Gebietsentwicklung die Phase 2 «Ideen entwickeln». Nach einer rund zweijährigen Vorbereitungszeit und breiten Mitwirkung der Bevölkerung (mehr unter Bring dich ein!) wurde 2024/2025 die Testplanung «Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch» durchgeführt.
Die Testplanung ist ein informelles Planungsinstrument, bei welchem meistens 3 Planungsteams während mehreren Monaten Lösungsansätze erarbeiten, wie sich das Gebiet in Zukunft entwickeln könnte. Die Planungsteams bestehen aus Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete (Stadtplanung, Verkehr, Soziologie etc.). Das Ziel der Testplanung ist es:
Die Testplanung wird durch ein unabhängiges Expertengremium begleitet und ist ein gemeinsamer Lernprozess mit offenem Ausgang. Die Erkenntnisse der Testplanung wird in einem Ergebnisbericht festgehalten. Diese bildet eine wichtige Grundlage für die weiteren Planungsprozesse.
Wichtig: Bei der Testplanung geht es darum, Potenziale erkennen zu können. Es werden verschiedene Möglichkeiten und Lösungen auf Papier und mit Modellen «getestet», um herauszufinden, in welche Richtung sich das Gebiet entwickeln könnte. Es wird daher kein konkretes Projekt erarbeitet, sondern viel mehr eine Vision. Naturgemäss gibt es auch bei einer solchen Planung unterschiedliche Ansichten, Interessen und Bedürfnisse. Diese gilt es im Prozess gut aufeinander abzustimmen.
Das Programm zur Testplanung stellt die Eckwerte der Aufgabe und des Verfahrens dar. Die Inputs aus der Partizipation wurden stufengerecht einbezogen.
Planungsteams:
Beurteilungsgremium:
Fachexperten/-innen
Sachexperten/-innen
Das Testplanungsergebnis zeigt die Bandbreite der Entwicklungsmöglichkeiten des Gebiets auf. Zentrale Erkenntnisse betreffen die künftige räumliche Struktur, die Rolle der Freiräume, die mögliche städtebauliche Dichte, Mobilitätslösungen sowie den Umgang mit dem Bestand.
In der Nachbearbeitung der Testplanung erarbeiteten die Projektpartner auf Basis der Ergebnisse der Testplanung und der Empfehlungen des Beurteilungsgremiumseine Synthese. Die im Schlussbericht formulierten Empfehlungen wurden dabei angepasst und präzisiert, um eine konsolidierte Haltung aller Projektpartner wiederzugeben. Änderungen gegenüber dem Schlussbericht wurden transparent gekennzeichnet:
Im Hinblick auf die weiteren Planungsschritte wurden nach der Testplanung zusätzliche Vertiefungsstudien erarbeitet.
Verkehrliche Entwicklung Klosterzelg-Reutenen (Metron Verkehrsplanung AG, 25. Juli 2025) und Quartiererschliessung Stadtraum Bahnhof (TeamVerkehr AG, 6. November 2025)
Die Metron Verkehrsplanung AG erarbeitete im Auftrag der Gemeinde Windisch eine Verkehrsanalyse für das Gebiet Klosterzelg-Reutenen. Die Analyse berücksichtigt sowohl die heutige Verkehrssituation und Erschliessung für verschiedene Verkehrsmittel als auch diejenige künftiger Entwicklungen auf Basis von Bevölkerungsszenarien. Bei beiden Szenarien wird eine moderate Zunahme der Verkehrsbelastung auf den Erschliessungsstrassen festgestellt, welche deutlich unter den Kapazitätsgrenzen bleibt. Aus diesen Erkenntnissen wird gefolgert, dass aus heutiger Sicht kein unmittelbarer Handlungsbedarf für zusätzliche Verkehrsmassnahmen besteht.
Verkehrliche Entwicklung Klosterzelg-Reutenen, Metron Verkehrsplanung AG vom 25.07.2025 (3.08MB)
Gestützt auf die Ergebnisse der Metron-Studie erarbeitete die TeamVerkehr AG im Auftrag der Projektpartner eine vertiefende Studie zur Erschliessung des Stadtraumes. Dabei wurden sowohl die Auswirkungen eines Anschlusses an die Zentrumsentlastung (ZEL) als auch eines Verzichts darauf untersucht. Zudem wurden die Effekte auf die angrenzenden Quartiere sowie auf das übergeordnete Strassennetz berücksichtigt. Die Studie zeigt, dass beim Verzicht auf einen ZEL-Anschluss der prognostizierte Mehrverkehr durch den Stadtraum unter Berücksichtigung eines stark reduzierten Parkplatzbedarfes, die Belastungsgrenze der Klosterzelgstrasse überschreitet. Aus diesem Grund wird zur Sicherung der Quartiererreichbarkeit empfohlen, eine zusätzliche Erschliessung über die Reutenenstrasse weiterzuverfolgen.
Quartiererschliessung Stadtraum Bahnhof, TeamVerkehr vom 06.11.2025 (5.49MB)
Fazit Projektpartner:
Volkswirtschaftliche Potenzialanalyse zum Stadtraum Brugg Windisch (BAK Economics AG, Februar 2026)
Das Gebiet «Bahnhof Süd» ist Teil eines wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkts (ESP) von kantonaler Bedeutung. Die BAK Economics AG untersuchte die regional-wirtschaftlichen Effekte der Arealentwicklung «Bahnhof Süd» – insbesondere Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und Steuereffekte. Grundlage bildet eine Ausbaufläche von rund 156'000 m² Geschossfläche (ca. 90 % Ausbaupotenzial). Da die Nutzungsanteile für Wohnen und Arbeiten noch offen sind, wurden zwei Szenarien geprüft: Szenario A mit 40 % Wohnanteil, Szenario B mit 60 %. Je nach Szenario entstehen Wohnungen für 1'100 bis 1'600 Personen sowie 1'360 bis 2'575 Arbeitsplätze (FTE). Die wesentlichen Erkenntnisse der BAK-Studie sind:
Fazit Projektpartner:
Die Studie zeigt insgesamt eine sehr hohe Wertschöpfung sowohl in der Planung und Realisierung als auch im späteren Betrieb dieses Areals. Dieses stellt einen bedeutenden Motor in der regionalen Entwicklung dar. Diese Bedeutung gilt es im weiteren Prozess zu unterstreichen, um die Standortgunst zu nutzen und um potenzielle Betriebe anzusiedeln.
Das Teilgebiet «Bahnhof Süd» ist eines der letzten und grössten bahnhofsnahen Entwicklungs- und Transformationsgebiete im Kanton Aargau. Das heute stark industriell geprägte Areal soll sich mittel- bis langfristig (15–25 Jahre) zu einem zukunftsfähigen Quartier für rund 4'000 bis 6'000 Menschen (Einwohner*innen und Beschäftigte) entwickeln.